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	<title>Ecken und Kanten &#187; Heidnischer Metal</title>
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		<title>Ecken und Kanten &#187; Heidnischer Metal</title>
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		<title>Pagan Metal == NAZIMUSIK!! oder was?</title>
		<link>http://eckenundkanten.wordpress.com/2008/04/26/pagan-metal-nazimusik-oder-was/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Apr 2008 11:07:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eckenundkanten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Extreme Ansichten]]></category>
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		<description><![CDATA[Gestern wurde ich durch eine Freundin auf einen Artikel des Berliner Institut für Faschismusforschung aufmerksam gemacht, in dem das bevorstehende Paganfest aufs Schärfste kritisiert und einzelne Bands angegriffen werden. So heißt es dort wörtlich:
Fünf Bands aus Finnland (3), der Schweiz (!) und von den Färöer Inseln präsentiert der Veranstalter des nordischen Vernichtungsideologie-Spektakels, &#8222;Folter Records&#8220;, auf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=eckenundkanten.wordpress.com&blog=3583344&post=3&subd=eckenundkanten&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Gestern wurde ich durch eine Freundin auf einen <a href="http://www.bifff-berlin.de/aktuell72.html">Artikel des Berliner Institut für Faschismusforschung</a> aufmerksam gemacht, in dem das bevorstehende Paganfest aufs Schärfste kritisiert und einzelne Bands angegriffen werden. So heißt es dort wörtlich:</p>
<blockquote><p><span style="font-family:Verdana;"><span>Fünf Bands aus Finnland (3), der Schweiz (!) und von den Färöer Inseln präsentiert der Veranstalter des nordischen Vernichtungsideologie-Spektakels, &#8222;Folter Records&#8220;, auf der &#8222;Paganfest Tour 2008&#8243; im SO 36. &#8222;Das Esso&#8220;, wie der Club im Szenejargon heißt, verlinkt sich auf seiner Webseite mit den Bands. Auch wenn nicht alle Links funktionieren &#8212; der zu &#8222;Moonsorrow&#8220; geht: hier kann man die blutrünstigen &#8222;Lyrics&#8220; der Rächer Wotans nachlesen, sich zu &#8222;Runen-Ritzern&#8220; mit Hakenkreuzen, Keltenkreuzen oder Hagalsrunen weiterklicken, und von hier kann man auch die Webseiten der anderen Bands erreichen. Es sind allesamt faschistoide Gruppen, Ableger der rechtsextremen Kulturszene, die sich bisher schon im Black Metal und Gothic zeigte.</span></span></p></blockquote>
<p>Das konnte ich so nicht auf sich beruhen lassen, und somit schrieb ich einen offenen Brief an dieses sogenannte Institut.</p>
<p><span id="more-3"></span></p>
<blockquote><p>Guten Tag, liebes Institut!<br />
Bevor ich mit dem eigentlichen Brief beginne, möchte ich erst einmal  klarstellen dass ich das bin was gewöhnliche Leute einen Linksradikalen,  wenn nicht sogar -extremen nennen. Diese Bezeichnung ist allerdings  insofern falsch, als dass ich zwar teilweise auf den Durchschnittsbürger  sehr extrem wirkende Meinungen aus dem linken Spektrum vertrete, mich  aber nicht einer Ideologie unterordne und nicht jede mir durch  vermeintlich Gleichgesinnte aufgedrückte Meinung ohne kritisches  Hinterfragen übernehme, wie es anscheinend einige Leute, die meinen,  sich durch ein wenig Internetrecherche in der Metalszene auszukennen, tun.<br />
Ebensowenig bin ich das was im braunen Sumpf ein Deutscher ist, nämlich  Kind deutscher Eltern. Ich bin zwar in Deutschland aufgewachsen, mein  Vater jedoch stammt aus Venezuela.<br />
Ich hoffe, mit dieser Erklärung wenigstens den Verdacht ausgeräumt zu  haben, ich sei ein getarnter Nazi, denn Faschismusverdächtigen schenkt  man ja bekanntlich kein Gehör.<br />
Nun zu meinem eigentlichen Anliegen, einem offenen Brief zum Artikel  &#8216;Rechtes Neuheiden-Festival mit Nazi-Runen im &#8222;SO 36&#8243;&#8216;.<br />
Gestern war ich bei einer Freundin zu Besuch, und wir unterhielten uns  spontan über nationalsozialistische Auswüchse in Deutschland, während  wir uns das Lineup des diesjährigen Summer Breeze-Festivals ansahen, wo  auch dieses Jahr wieder viele Bands aus dem Bereich des Pagan Metal  vertreten sind, unter anderem Ensiferum, Primordial und Tyr. Bei  letzteren angelangt, wurde ich auf einmal von der Behauptung überrascht,  Tyr sei definitiv eine Naziband. Nun gut, ich runzelte die Stirn und  meinte, das hielte ich für ein Gerücht, nicht zuletzt weil sie bei einem  Festival ohne politischen Hintergrund auftreten. Ich sagte, ich hätte  mich zwar nicht genauer mit der Band beschäftigt, aber es würde mich  doch schwer wundern, woher sie das denn habe. Daraufhin zeigte sie mir  die entsprechende Seite des BIfFF, auf der unter anderem die mir  bekannte Band Moonsorrow angegriffen wird. Natürlich klärte ich meine  liebe Freundin erst einmal darüber auf, dass sie nicht alles glauben  müsse, das sie lese, da ich den Artikel schon beim Überfliegen für ein  nicht ganz ernst zu nehmendes Geschreibsel, vermengt mit  antifaschistischer Ideologie und gewürzt mit jeweils einer ordentlichen  Prise schlechter Recherche und Überheblichkeit befand. Ich erklärte ihr,  dass nicht alles was sich mit Symbolen der germanischen Mythologie  schmückt, auch gleich ein Nazi sein müsse.<br />
Als ich mich heute früh näher mit dem Artikel beschäftigte, entfaltete  sich vor meinen Augen ein großes Spektrum der Unwissenheit, verpackt in  eine Hetzrede gegen nicht ganz harmlose, aber genau so wenig  nationalsozialistische Bands.<br />
Ich werde mich in meinem Statement größtenteils auf Moonsorrow beziehen,  da ich die Band, ihre Musik und ihre Texte recht gut kenne, und weil  diese am heftigsten angegriffen wurde.<br />
Wie der Schreiber des Artikels hoffentlich weiß, stammen Moonsorrow aus  Finnland, einem Land, in dem die nordische Mythologie zum Kulturerbe  zählt, und in dem Wörter wie &#8222;Nationalstolz&#8220; zu sagen nicht der Aussage  &#8222;Der Holocaust war eine gute Sache&#8220; gleichkommt. Entsprechend wird auch  nicht jede Band, die sich mit Keltenkreuzen und nordischen Runen  schmückt oder sich gar zum Heidentum bekennt unter der Annahme  diffamiert, es handele sich um eine Vereinigung von Neonazis, die ihre  Waffen gegen Instrumente ausgetauscht hätten.<br />
Die Texte von Moonsorrow muten faschistisch an, das bestreite ich nicht,  allerdings lassen sie sich nicht, wie im Artikel geschehen, auf heutige  politische Verhältnisse übertragen. Was vom Schreiber (ich nehme der  Bequemlichkeit halber an es sei ein Schreiber, da der Name des  Verfassers / der Verfasserin nicht erwähnt wird), der anscheinend einige  seiner Gedankensprünge nicht dokumentiert hat um einfach sofort zu  seinem Fazit zu kommen, als Hass auf &#8222;Migrantinnen und Migranten&#8220;  bezeichnet wird, ist nichts weiter als eine schlechte Schilderung von  historischen Ereignissen aus Sicht der Germanen, die von christlichen  &#8222;Missionaren&#8220; entweder bekehrt oder getötet wurden. Der entscheidende  Unterschied ist, dass es hier um ein unrechtmäßiges, gewaltsames  Eindringen und Assimilieren geht, nicht darum dass sich politisch  Verfolgte oder mittellose Menschen in einem Land niederlassen, dem es  wirtschaftlich besser geht und in dem sie nicht aufgrund ihrer Religion,  Abstammung oder politischen Überzeugung verfolgt werden, um dort ein  neues Leben anzufangen.<br />
Zudem trifft man vor allem in der Filmkunst faschistoide Elemente an,  die daraus resultieren dass man eine Geschichte aus Sicht eines Volkes  dokumentiert, das diese Ansichten vertrat. Im Film &#8222;300&#8243; wird implizit  das Ermorden von &#8222;schwachen&#8220; und behinderten Kindern gutgeheißen (Zitat:  &#8222;Gleich nach seiner Geburt wurde der Knabe wie alle Spartaner genau  begutachtet. Wäre er klein oder kümmerlich gewesen, kränklich oder  missgestaltet, hätte man ihn ausgesondert.&#8220;), und Zeilen wie &#8222;Taught  never to retreat, never to surrender. Taught that death on the  battlefield in service to Sparta was the greatest glory he could achieve  in his life.&#8220; unterscheiden sich nicht sonderlich von den Texten der  Band Moonsorrow. Jedoch wurde der Film meines Wissens nicht von  Antifaschisten angegriffen, aus dem einfachen Grund dass es sich im Film  um Spartaner, nicht um Germanen handelt. Das zeigt wieder einmal, dass  Antifaschisten ihren Namen nicht verdient haben, weil sie sich nur noch  für das Stigma Deutschlands, den Nationalsozialismus, und nicht für  Faschismus in jeder Form interessieren.<br />
Wie dem aufmerksamen Leser nicht verborgen geblieben ist, habe ich im  letzten Absatz zugegeben, dass sich einige Zitate des von mir als  faschistoid bezeichneten Films &#8222;300&#8243; mit den Texten von Moonsorrow  decken. Nun mag man meinen, ich hätte mir und meiner Argumentation damit  selbst ein Bein gestellt, jedoch geschah dies bewusst und hatte einen  Grund. Ich möchte Moonsorrow nicht vor jeder Kritik schützen. Wie ich  schon weiter oben schrieb, haben die Texte der Band faschistische Züge,  weswegen man sie, wenn man deren Texte denn ernst nimmt (was ich nicht  tue), durchaus kritisieren kann. Doch nicht alles was man mit Faschismus  in Verbindung bringen kann, muss gleich mit Nationalsozialismus  assoziiert werden. Ich möchte die Band lediglich vor dem Vorwurf  verteidigen, eine &#8222;Naziband&#8220; zu sein.<br />
Zu der vermeintlichen Nazisymbolik (Sig-Rune, Swastika) muss ich wohl  lediglich Fakten nennen. Die Swastika ist im germanischen Kulturkreis  ein mit dem Sonnenrad verwandtes magisches Symbol, das nicht nur von  Nazideutschland missbraucht wurde, sondern von 1918 bis 1944 auch auf  der Flagge der finnischen Luftwaffe zu sehen war und noch heute in  Indien ein Symbol für Glück ist und in Darstellungen von Göttern  verwendet wird. Die Sig-Rune ist auch nichts weiter als eine der  gemeingermanischen Runen, die nicht zwangsläufig mit der Schutzstaffel  in Verbindung gebracht werden muss. In diesem Zusammenhang frage ich  mich, ob es immer noch so dramatisch wäre, wenn Moonsorrow sich nur noch  Moonorrow nennen würden, sodass sie ihr Logo zwar in germanischen Runen  schreiben, aber auf die Sig-Rune verzichten könnten.<br />
Ich selbst vermeide es, mich mit germanischer Symbolik zu schmücken,  zuerst einmal weil ich persönlich nichts mit Neuheidentum anfangen kann  und nicht zuletzt weil es immer wieder schlecht informierte Fanatiker  gibt, die mich deswegen auf der Straße belästigen würden. Wer sich  jedoch zum Neuheidentum bekennt, der lässt sich zu recht nicht davon  abschrecken, dass die damit zusammenhängende Symbolik im dritten Reich  missbraucht wurde und nimmt, leider etwas naiv, an, dass man wohl so  besonnen sein wird und sich erst mit seinen Meinungen und Überzeugungen  auseinandersetzt, bevor man ihn als Nazi abstempelt.<br />
Leider ist es auch nicht immer einfach, zwischen naiven Neuheiden und  tatsächlichen Nazis zu unterscheiden, denn die Übergänge sind wie immer  fließend. Auch auf dem Paganfest wird sich braunes &#8222;Gesocks&#8220; einfinden  und Werbung für sich machen. Ich bin mir durchaus der Gefahr bewusst,  die von einem Bekenntnis zum Neuheidentum ausgeht, denn bei manchen ist  der Weg von &#8222;Odin statt Jesus&#8220; zu &#8222;Heil Hitler&#8220; leider nicht weit. Wer  jedoch pauschalisiert und derart inflationär mit schwerwiegenden  Anschuldigungen umgeht, der macht sich der Unwissenheit und  Kurzsichtigkeit, wenn nicht sogar des Fanatismus schuldig.</p>
<p>Mit kritischen Grüßen,<br />
Jonas Lang</p></blockquote>
<p>Nachtrag: Ein wenig aus der Hitze der Argumentation rausgekommen, glaube ich nun, die auf den Brief verwandte Zeit verschwendet zu haben. Das selbsternannte &#8222;Institut&#8220; für Faschismus-&#8220;Forschung&#8220; knüppelt mit seiner erbärmlichen Polemik sowieso jeden Ansatz von Zweifel und Kritik nieder.</p>
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